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Akute und chronische Beschwerden an der Achillessehne

Von: Dr. Markus Klingenberg

22.08.2014 | Functional Training, Rehabilitation

Frage: Seit einigen Monaten habe ich bei allen sportlichen Belastungen Beschwerden an der Achillessehne auf der rechten Seite. Im Seitenvergleich ist die Sehne im mittleren Drittel verdickt und schmerzhaft bei Berührung. Ich habe über zwei Wochen Entzündungshemmer genommen und die Wade geschont. Was kann ich noch machen um wieder meine sportliche Leistungsfähigkeit zu erreichen?

Antwort

Unterscheidung in akute und chronische Beschwerden

Beschwerden an der Achillessehne kommen häufig vor. Die erste wichtige Unterscheidung ist in akute und chronische Beschwerden. In deinem Fall handelt es sich aufgrund der langen Verlaufsdauer höchst wahrscheinlich um chronische Beschwerden. Ursächlich für chronische Beschwerden sind meistens wiederholte Mikrotraumata, also kleinere Verletzungen der Sehne, die nicht ausreichend ausgeheilt sind. Diese treten vor allem bei „Stop and Go“ Sportarten und in Zweikampfsituationen auf. Ein weiterer Risikofaktor ist die Einnahme bestimmter Antibiotika (vor allem aus der Gruppe der Fluorchinolone) und Injektionen mit Kortisonpräparaten im Bereich der Achillessehne.

Diagnose bei chronischen Beschwerden an der Achillessehne

Diagnostisch sollte bei chronischen Beschwerden eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt werden und bei Unklarheiten ein MRT. Die wichtigsten therapeutischen Maßnahmen umfassen eine ausreichend lange und intensive Dehnung der Wade und der gesamten hinteren muskulären Kette, ein exzentrisches Krafttraining und eine manuelle Therapie durch einen Physiotherapeuten. Sehr positiv wirkt sich auch die Mobilisation der Faszien aus, die jeder auch sehr gut selbstständig durchführen kann. Die Kältetherapie mit Eis wirkt sich ebenso wie die Dehnung durchblutungsfördernd und damit positiv auf die Regeneration aus. Magenschonend und nebenwirkungsreich ist eine lokale Salbentherapie oder die Einnahme von Arnica und Traumeel in Tablettenform.

Worst Case: MRT Untersuchung und minimalinvasive Operation

Foam Rolling bei Beschwerden an der Achillessehne

Foam Rolling bei Beschwerden an der Achillessehne

Sollten diese Maßnahmen in Kombination nicht zu einer nachhaltigen Besserung der Beschwerden an der Achillessehne führen, sollte definitiv eine MRT Untersuchung veranlasst werden. Bisweilen haben sich Vernarbungen im Bereich der Sehne gebildet, die trotz umfangreicher physikalischer Maßnahmen nicht gelöst werden können. Unter Umständen ist die Sehne auch schon so fortgeschritten degeneriert, dass eine Regeneration dieses Gewebes nicht möglich ist. In einer minimalinvasiven Operation wird dann das defekte Sehnengewebe ausgeschnitten und die Sehne bei Bedarf verstärkt. Dazu kann man zum Beispiel die körpereigene Plantaris Sehne verwenden. Die Nachbehandlung ähnelt dann der Therapie im Anschluss wie bei einer Achillessehnenruptur.

Die meisten Beschwerden können jedoch ohne Operation versorgt werden.

Viel Erfolg bei der Therapie und gute Besserung!

Euer Dr. Markus Klingenberg

Kommentare

07.09.2014 22:23 | Klaudia Stachowicz

>Eis wirkt sich ebenso wie die Dehnung durchblutungsfördernd< Geht es nicht gerade darum die mehrfachdurchblutung der Sehne zu reduzieren?! Deswegen die Dehnung und anspannen der Umgebenden Muskulatur!

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