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Die Bedeutung von Bewegung

Von: Jochen Gehring

13.03.2015 | Functional Training

Aktuelle Statistiken zeigen ein fast schon erschreckendes Bild:

Als die Menschen noch nicht zwischen Wissenschaft und Mythos unterschieden, als Erkenntnis und Wunderglaube noch eins waren suchten sie schon nach dem universalen Heilmittel, nach einer Arznei mit der sich jede Krankheit besiegen lässt. Dieses blieb jedoch eine Sehnsucht . Die Welt scheint zu komplex für eine einfache Lösung, und doch verstehen immer mehr Wissenschaftler, dass es etwas gibt, das diesem Wundermittel erstaunlich nahe kommt, das gleichzeitig für den Körper , den Geist und die Seele gut ist: Bewegung !

Bewegung, die Fähigkeit ausdauernder zu laufen als jedes andere Säugetier, hat uns zu dem gemacht was wir heute sind, dem intelligentesten Lebewesen der Erde. Doch diese Fähigkeit brauchen wir heute nicht mehr, wir müssen keine Nahrung mehr erlaufen, wir gehen in den Supermarkt. Wir haben uns eine Umgebung geschaffen für die wir nicht diesen hochleistungsfähigen Körper brauchen. Die Evolution hat uns einen Körper beschert, der flexibler ist als der jedes anderen Lebewesens. Unser Körper ist fürs Laufen perfektioniert, unsere Hände so vielseitig, dass sich mit ihnen hunderte von Sportarten betreiben lassen, unsere Knochen, Muskeln und Faszien so angelegt, dass wir sowohl schwimmen wie klettern, auf einem Seil balancieren oder springen können. Kurzum:

In Sachen Bewegung ist der Mensch das Mass der Dinge !

Dass Sport gut tut ist eine Alltagsweisheit, inzwischen weisen aber immer mehr Forscher nach, dass Bewegung ungeahnte Heilkräfte entfalten kann. Bewegung ist Heilmittel und Prophylaxe zugleich. Forscher erkennen immer besser welche Prozesse ablaufen wenn sich der Körper in Gang setzt, sie ordnen die positiven Folgen vier Sphären des menschlichen Organismus zu:

Anatomie: In unserem Körper bestimmt die Funktion die Form. Bewegen wir uns, stärken wir nicht nur unsere Muskeln, sondern stärken auch unsere Knochen und unser Bindegewebe da es durch die Belastung , Zug-und Druckbelastung animiert wird neue Zellen zu bilden. Zellen werden also durch Belastung repariert und erneuert. Durch Sport wird unser Körper widerstandsfähiger. Außerdem wirken die bei Bewegung ausgeschütteten Botenstoffe wie Balsam: sie stoßen einen Prozess an, der Schmerzen in Gelenken und rheumatische Entzündungen lindert.

Physiologie: Wissenschaftler finden immer mehr heraus wie die Botenstoffe der Muskeln die Abläufe und Prozesse in den Zellen beeinflussen. Ist z. B. eine Zelle beschädigt, muss sie bewegt werden um die Abfallprodukte ins Interstitium abzugeben um damit auch die Diffusion mit der Kapillare anzuregen. Ein weiteres Indiz dafür, dass man bei einer Verletzung nicht sofort Ruhigstellen sollte. Die Botenstoffe regen Drüsenzellen an, was bei Frauen in den Wechseljahren das Zusammenspiel der Hormone fördert. Bei Männern wirkt sportliche Betätigung nachweislich gegen Impotenz. Vor allem regt jeder Mensch der sich regelmäßig körperlich bewegt und anstrengt die Bildung bestimmter weißer Blutkörperchen des Immunsystems an.Außerdem regt Bewegung Zellen im Darm an, die dann schneller überschüssigen Zucker und Fett abbauen. Auch bestimmte Substanzen, deren Kraft Wucherungen wachsen lässt, werden schneller ausgeschieden, sodass sie viel weniger Schaden anrichten können. So halbiert regelmäßiger Sport das Risiko an Darmkrebs zu erkranken.

Erbgut: Manche Experten gehen in der Zwischenzeit sogar davon aus, dass Bewegung selbst unsere DNS beeinflusst in der die Merkmale unseres Körpers gespeichert sind. Durch Bewegung verschwinden winzige chemische Blockaden die meist durch Stress entstanden sind und sich im Laufe der Zeit auf der DNS ansammeln können und damit den Zugang zu wichtigen, nützliche Informationen versperren. Noch befindet sich diese Forschung in den Kinderschuhen, doch die Anfänge sind vielversprechend.

Psyche: Wer kennt nicht den Spruch „ in einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist“ des römischen Dichters Juvenal. In der Zwischenzeit ist erwiesen , dass Bewegung eine Voraussetzung für psychische Gesundheit ist. Eine Mehrdurchblutung durch Bewegung lässt natürlich auch mehr Blut und damit Sauerstoff in unser Gehirn fliessen und macht es leistungsfähiger.

Wir benutzen nur einen Bruchteil unseres Gehirns, die Festplatte ist nie voll. Wenn wir etwas neues erlernen, können wir es schaffen dass sich Synapsen neu verknüpfen und wir haben damit mehr belegten Speicher. Diesen Lernprozess kann man mit gezielten Bewegungsübungen noch verstärken. LifeKinetik hat in zahlreichen Studien bewiesen, dass durch bestimmte Bewegungsübungen die einen Lernprozess mit sich bringen, sich deutlich schneller neue Synapsen verknüpfen. Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt der Bewegung ist die Therapie von Seelenleiden. Man weiß heutzutage, dass Bewegung unmittelbaren Einfluss auf die biochemischen Prozesse im Gehirn hat. Bei körperlicher Aktivität fließen Botenstoffe durch den Körper die unsere Stimmung erhellen oder wie ein Beruhigungsmittel wirken. Es ist erwiesen, dass dies nicht nur während der Aktivität geschieht , sondern bei regelmäßiger Bewegung werden Hormone in der richtigen Balance gehalten So nimmt beispielsweise die Konzentration von Serotonin , dem sogenannte Glückshormon im Nervennetz zu. Auch Angstpatienten profitieren enorm von Bewegung. Durch körperliche Bewegung erleben sie Reaktionen, die sie sonst nur bei Angstattacken erleben: Herzrasen, Schwitzen, schnelleres Atmen usw. Dadurch lernen sie , dass solche körperliche Veränderung völlig normal sind und können besser damit umgehen.

Wie gut Bewegung der Seele tut, weiß Jeder, der sich schon mal bei schönem Wetter sich in der freien Natur bewegt hat. Es wirkt wie eine Frischzellenkur, der Stress erscheint weniger und man fühlt sich deutlich besser.

Bewegung vermag unseren Körper zu verändern

Muskelmasse: Bestimmt zum größten Teil unsere Kraft. Muskeln arbeiten bei Sportlern effektiver, werden belastbarer. Der Grundumsatz ( Energiebedarf des Körpers in Ruhe) steigt.

Herzvolumen: Vergrößert sich durch regelmäßiges Training. Das Herz kann dadurch effektiver arbeiten.

Zucker: Bei Trainierten gelangt der Zucker schneller in die Zellen, er ist außerdem wichtiger Energielieferant für das Gehirn und Nierenmark

Sauerstoff: Die Atemfrequenz nimmt bei Trainierten ab. Sie atmen weniger häufig und nehmen pro Atemzug deutlich mehr Sauerstoff auf. Dadurch ist die Sauerstoffversorgung in die Zellen effektiver.

Knochendichte: Durch regelmäßige Bewegung nimmt die Knochendichte zu. Die Funktion bestimmt die Form bei unserem Körper. Durch mehr Belastung vermehren sich demnach die Knochenzellen und der Knochen wird dichter.

Blutdruck: Bei Trainierenden sinkt der Blutdruck, da sich die Gefäße erweitern.

Fett: Durch gute Trainingssteuerung kann man den Energiebedarf steuern, sodass Fett verbrannt wird.

Blutfett: Zum einen steigt der Anteil an gesundem Cholesterin, zum anderen senkt Training den Gehalt bestimmter Blutfette und beugt so Arterienverkalkung vor.

Ein weiterer Aspekt für die Wichtigkeit von Bewegung ist, dass man nach einer Verletzung wieder schnell beginnt sich zu bewegen. In der sogenannten Proliferationsphase (2-28 Tage nach Verletzung) ist es deshalb von großer Bedeutung den Patient bewegen zu lassen, damit die verletzte Struktur sich wieder aufbauen kann, so wie sie gebraucht wird. Geschieht das nicht wird der Körper ein nicht adäquates Gewebe bilden, welches den spezifischen Anforderungen nicht gewachsen ist. Es dauert dann sehr lange, je nach Struktur, bis es sich mit zunehmender Belastung erneuert hat und den Anforderungen nachkommen kann. Deshalb ist wichtigStrukturen nicht zu lange ruhig zustellen.

 

Zusammengefasst:

Bewegung ist Leben!! Denn Leben braucht Bewegung, Still steht nur der Tod.

 

Euer Jochen Gehring

 

Kommentare

18.04.2015 16:16 | Thomas Hartl

Sehr guter Artikel, sollte man sich immer wieder vor Augen halten, wie wichtig Bewegung für einen selbst ist! Lg

19.03.2015 20:36 | Ramiro de lima

SSuper super

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