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Die Nr.1 Kraftübung für Golfathleten!

Von: Nicholas Zaher

14.08.2015 | Athletiktraining, Functional Training

Seit mehr als 30 Jahren bin ich sowohl als Profispieler wie auch als Trainer im Golfgeschäft und als Fitness Professional tätig. Damals habe ich auf Empfehlung einen großen Bogen um das Fitness Studio gemacht. Fitness war verpönt! Inzwischen bin ich mir sicher, dass all diese guten Ratschläge ein weit verbreitetes Mißverständniss im Bezug auf Golf und Fitness waren. Golfer und Fitness? Bloß keine Muskelmasse zulegen, man wird aus dem Gleichgewicht gebracht und der Schwung wird negativ beeinflusst. Trainieren, üben und spielen geht, mehr aber nicht. Mit späterer Betrachtung war der Preis für mich ziemlich hoch: Schmerzen, Verschleiß der Bandscheiben und mangelhafte Spielkonstanz. Zum Glück hat sich diese Denkweise im Laufe der Zeit geändert. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass Fitness im Golfsport angekommen ist – allerdings finde ich gerade diesen Begriff unpassend. Golfer sind Athleten und sollten meiner Meinung nach auch so behandelt werden, ob nun jung oder alt.

Meine Frage: Wenn ihr eine Kraftübung für Golfer wählen würdet, welche würde es sein? Kann es wirklich eine Nr.1 Kraftübung für Golfer geben? Vielleicht bevorzugt ihr bestimmte Geräte wie Langhanteln, Kettlebells, TRX, Functional Movement Tubing, Minibands oder aber auch verschiedene Trainingsmethoden: Crossfit, Fitnesskurse, Yoga, Pilates oder ähnliches. Alle diese Aktivitäten finde ich sehr gut. Trotzdem finde ich die Frage wirklich interessant und möglicherweise werde ich auch auf Meinungsverschiedenheiten stoßen. Das ist zu erwarten und auch verständlich, aber ich denke dass es diese eine spezielle Kraftübung geben könnte.

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Meine Nr 1. Kraftübung für Golfer – der Deadlift

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Kettlebell Deadlift

Warum ausgerechnet der Deadlift für Golfer?

Der Deadlift trainiert den gesamten Körper, vornehmlich aber die Griffstärke, den Gluteus Maximus, den Rumpf, die Rückenstrecker und den oberen Rückenbereich – also ein große Auswahl an Muskelgruppen, insbesondere in der Posterior Chain.

Der „Hip Hinge“ ist die kraftvollste Hebetechnik, die der Mensch hat und der richtige Einsatz der Hüfte trägt dazu bei, dass die segmentale Kraftübertragung funktioniert. Erst dann reden wir über Power und Explosivität im Schwung. Das ist beim Golfer und bei weiteren rotorischen Athleten der Schlüssel zum Erfolg.

Vorausgesetzt, dass die Beweglichkeitsqualität und die Ausführung korrekt sind, finde ich, dass der Deadift mit allen seinen Progressionen für Golfer sehr geeignet ist.

Ein FMS Screening weist mögliche Asymmetrien und Mobilitäts-Einschränkungen auf. (Mehr zu dieser Thematik später.)

Das Titleist Performance Institute in den U.S.A. bezeichnet die Gesäßmuskulatur als den König und die Bauchmuskulatur als die Königin im Golfschwung. Der Deadlift ist optimal geeignet, um diese Muskulatur zu entwickeln.

Die Gesäßmuskulatur – Der König – Gluteus Medius und Gluteus Maximus, sind für die Unterkörperstabilität während des Golfschwungs sehr wichtig. Gluteus Medius und Gluteus Maximus stellen die Verbindung zwischen Unter- und Oberkörper im Schwung her. Wenn diese Muskelgruppen ausgeprägt sind und gut funktionieren, führen diese zu Power und Konstanz im Schwung.

Die Rumpfmuskulatur, Rectus Abdominus, External und Internal Obliques und Transversus Abdominus, also die Königin, funktionieren wie ein Kleber. Sie halten den Schwung zusammen und sind für die segmentale Kraftübertragung von Unterkörper zu Oberkörper wichtig. Die Königin unterstützt die Thorax-Rotation und dient als Schutzmechanismus im LWS Bereich.

Um erfolgreich Golf spielen zu können, muss man die Basics beherrschen und immer wieder dorthin zurückkehren. Diese beinhalten die Ausrichtung, Griffhaltung, Körperhaltung, Ausführung usw. Der Deadlift ist genauso. Ohne die Basics und die richtigen Coaching Keys dauert es nicht lange bis man den Spaß verliert oder sich sogar verletzt. Klingt wie Golf!

Zitat – Dr. Charlie Weingroff „Hacking the Hinge“ DVD mit Dr. Mark Cheng

„Dial – Spread – Squeeze – Crush – Clobber“

Dial – Die Fuß-Stellung nach außen drehen, um Spannung aufzubauen.

Spread – Schultern zurückziehen, um den Brustkörb zu öffnen.

Squeeze – Oberarme mit Kontakt zum Körper

Crush – Griffdruck bis zum Limit erhöhen

Clobber – Deadlift ausführen

 

5 Deadlift Coaching Keys im „Drill Sergeant“ Style. Diese Hinweise sind sehr effektiv und meines Erachtens sehr zu empfehlen.

Charlie Weingroff

Charlie Weingroff

Dr. Charlie Weingroff

Mir ist es klar, dass der Deadlift nicht zu den spannendsten Fitnessübungen gehört aber mit der richtigen progressiven Entwicklung ist er sehr effektiv.

Mein Ziel – Eine Progressive Entwicklung vom Deadlift, Hip Hinge Patterning / fundamentale Bewegungsmuster bis zum Kettlebell Swing.

Meine Absicht – Die Voraussetzungen für optimales Golf zu erfüllen:

Meine bevorzugte Progression, von einfach  hin zu komplex:

Um euren Kunden gerecht zu werden und vor möglichen Verletzungen zu schützen, sollten folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

Sind diese Fähigkeiten noch nicht vorhanden, empfehle ich euch zunächst einmal mit korrektiven Übungen zu beginnen.

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Kettlebell Swing – Energie geladen – Optimal um Segmentale Kraftübertragung zu Trainieren

 

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 Golf Ausgangsposition und Kettlebell Swing Ausgangsposition (KB ist am Anfang der Schwungphase)

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Golf Rückschwung und Kettlebell Swing – mit Gewichtsverlagerung auf das Rechte Bein

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Golfschwung und Kettlebell Swing Richtungswechsel – Kraftvoller Hüfteinsatz mit segmentaler Kraftübertragung

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Golfschwung Endposition und Kettlebell Swing mit Gewichtsverlagerung auf das linke Bein

Ein Golfschwung steht und fällt mit den Basics und dauert sehr lange um ihn richtig zu beherrschen – perfektioniert hat es bisher noch keiner! Tiger Woods und Ben Hogan waren ziemlich nah dran. Der Deadlift darf ruhig Zeit in Anspruch nehmen um die Schritte zum Kettlebell Swing fundiert zu erlernen, genauso wie beim Golfschwung.

Falls ihr gefragt werdet, was die Nr.1 Kraftübung für Golf sein könnte, dann kennt ihr meine Antwort. Ich bin gespannt, wie eure Antwort lautet.

Euer Nicholas Zaher

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare

29.08.2015 08:39 | Carsten Wölffling

Fußstellung nach innen drehen? Das aktiviert aber nicht das Gesäß...

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