Instagram Facebook

Essen um zu leben – und nicht leben, um zu essen

Von: Peter Goodman

14.06.2016 | Ernährung

Je besser du dich ernährst, desto besser wird dein Körper funktionieren. Oder würdest du das billigste verbleite Benzin tanken, wenn du einen Ferrari hättest? Wenn du das tätest, würde der ausgefeilte, sensible Motor deines leistungsstarken Sportwagens sehr schnell mechanische Probleme bekommen, und das Auto müsste ständig in die Werkstatt. Das Gleiche gilt für deinen Körper. Wenn du ihn mit Zucker und Lebensmitteln voller chemischer Zusatzstoffe fütterst, bricht er zusammen.

Immer wenn ein neuer Kunde zu uns kommt, bitte ich ihn, ein Ernährungstagebuch zu führen, damit er sich darüber bewusst wird, was er wirklich am Tag alles isst. Die Reaktion nach einer Woche ist immer die gleiche: »Ich kann nicht glauben, dass ich viele tausend zusätzliche Kalorien zu mir genommen habe, ohne es zu merken!« Der Happen vom Frühstück deiner Kinder, der eine Keks, die Handvoll Cashewnüsse, die du ohne nachzudenken verschlingst – das alles addiert sich. Du musst dir darüber bewusst werden, was du im Verlauf des Tages alles isst, und du musst dir selbst versprechen, dein Verhalten zu ändern.

 

Schluss mit Monsterportionen

Als er für eine Teilnahme an einem Rennen nach Europa reiste, wurde Peter unsanft aufgerüttelt. Ob Mittag- oder Abendessen, er betrachtete die Portion auf seinem Teller und dachte: »Soll das ein Scherz sein? Das nennen die eine Mahlzeit?« Seine Erwartungen waren von den amerikanischen Essgewohnheiten geprägt, wo der Leitsatz gilt: »Je mehr, desto besser.« In den USA gibt es Restaurants, von deren Portionen drei Menschen sattwerden können. Peter erkannte, dass die europäischen Portionen richtig bemessen waren. Es war Zeit, dass er die Größe seiner Mahlzeiten überdachte.

Wenn wir mehr essen, als unser Körper braucht, werden die überschüssigen Kalorien, die nicht verbrannt werden, in Fett umgewandelt und gespeichert. Du solltest dich darauf trainieren, auf deinen Körper zu hören und dich zu fragen: »Habe ich jetzt genug gegessen?« Du solltest auch über die Motive nachdenken, aus denen du isst. Kontrolliere die Portionen der Mahlzeiten, iss langsam und genieße jeden Bissen. Und vor allem musst du wissen, wann du genug gegessen hast.

Mache die Größe der Portionen von deiner körperlichen Aktivität abhängig. Wenn du den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt und dich pro Woche nur 20 bis 30 Minuten bewegst oder wenn du reist, brauchst du nicht so viel – vielleicht 1.500 bis 1.800 Kalorien pro Tag. Du musst leicht essen und auf kurzkettige (schnell verdauliche) Kohlenhydrate wie Brot und Nudeln verzichten. Wenn du eine vierstündige Wanderung machst, wirst du mehr essen müssen, weil du mehr Energie brauchst. Deine Kohlenhydratezufuhr und die Größe der Mahlzeiten sind abhängig von deinem Energieverbrauch, sprich deinen körperlichen Aktivitäten. Es gibt einige Tricks, mit denen du die Größe der Portionen steuern kannst:

 

Die 90-Prozent-Lösung

Diese Richtlinien für gesunde Ernährung ergänzen das Training, das du machst, um beweglich, kräftig und schmerzfrei zu sein. Für einige werden die Ernährungsgewohnheiten ein radikaler Schritt sein, für andere sind sie einfach eine Frage der Optimierung und der bewussten Aufmerksamkeit für das, was sie sowieso schon tun. Unabhängig von deinen derzeitigen Ernährungsgewohnheiten: Vergiss nicht, dass niemand perfekt ist. Betrachte deine Essgewohnheiten möglichst objektiv und realistisch. Das Ernährungstagebuch wird dir dabei helfen.

Du musst aber nicht übertrieben rigoros sein. Natürlich wirst du nicht bei dem Geburtstag deines Kindes das Stück Geburtstagstorte ablehnen oder auf das Stück Pizza verzichten, wenn du mit deinen Freunden ein Fußballspiel ansiehst, oder ein Stück des legendären Brathähnchens deiner Tante ablehnen. Wir sprechen über reine, gesunde Ernährung, nicht über preußische Disziplin.

Einige Ernährungspläne erlauben jede Woche einen »Schlemmertag.« Wir raten allerdings davon ab, weil du vielleicht die ganze Woche nur auf diesen einen Tag wartest, um dann lauter ungesunde Dinge in dich hineinzustopfen. Dann wirst du nie die Sucht nach all den Süßigkeiten oder salzigen Snacks los, die nicht gut für deinen Körper sind. Wir ziehen die 90-Prozent-Regel vor. Wenn du dich 90 Prozent der Zeit so ernährst, wie wir es dir empfehlen, ist das in Ordnung. Damit bietest du deinem Körper mehr als genug Nahrung und Nährstoffe, damit es ihm gut geht.

Wenn du auf einer Dinnerparty bist und als Dessert Erdbeer-Rhabarbertorte serviert wird, dann greife zu. Wenn du in einem italienischen Restaurant bist,das für seine Lasagne berühmt ist, dann bestelle sie. Natürlich musst du nicht alles aufessen, aber wenn du willst, tue es – solange du dich zu 90 Prozent der Zeit gut ernährst.

Wenn du dich ungefähr einen Monat lang gesund ernährt hast, werden die ungesunden Dickmacher, nach denen es dich immer gelüstet hat, die Attraktivität verlieren. Sie werden dir nicht mehr schmecken, weil du dich an den feinen Geschmack und die Textur einfacher, naturbelassener Nahrungsmittel gewöhnt hast, ohne Zusätze, schlechte Fette, Glukosesirup und zu viel Salz.

 

Reine, unverarbeitete Nahrungsmittel

Dein Aussehen wird zu 70 bis 80 Prozent davon bestimmt, was du isst. Du kannst zwar fit sein, aber du wirst dich weder gut fühlen noch wirklich gut aussehen, solange du dich nicht gut ernährst. Amerikaner essen viel zu viel verarbeitete, raffinierte Lebensmittel. Je stärker Nahrungsmittel verarbeitet sind, desto weniger nahrhaft sind sie. Unsere Nahrung gleicht inzwischen eher der Astronautenkost, mit dem Unterschied, dass diese extra nährstoffreich ist, während verarbeitete und in Dosen, Tüten und Schachteln verpackte Lebensmittel all ihrer natürlichen Nährstoffe beraubt wurden, um sie durch synthetische Ersatzstoffe und Glukosesirup zu ersetzen.

Wir können die Bedeutung von frischem Obst und Gemüse, Vollkorn und hormon- und antibiotikafreiem Fleisch gar nicht genug betonen. Da die in der kommerziellen Landwirtschaft verwendeten Pestizide und Düngemittel den Pflanzen nicht nur Nährstoffe entziehen, sondern auch schädlich für den Körper sind, solltest du möglichst versuchen, Bio-Nahrungsmittel zu kaufen. Diese können zwar etwas teurer sein, aber es lohnt sich, etwas mehr auszugeben für eine vernünftige Ernährung deines Körpers mit den besten Lebensmitteln, die du finden kannst.

Wir empfehlen hier keine Modediät, die auf Fett oder Kohlenhydrate verzichtet. Gesundheit bedeutet Ausgewogenheit – in der Ernährung und der Körperbewegung. Vermeide möglichst verarbeitete, raffinierte Lebensmittel und »weiße« Nahrungsmittel. Wenn du intensiv Sport treibst, musst du Kohlenhydrate essen, um neue Energie zu sammeln. Wähle gesunde Nahrungsmittel wie Yams, Vollkornreis und Vollkorngetreide. Unsere Ernährungsstrategie ist ganz einfach: am besten frische, vollwertige Bio-Nahrungsmittel. Die nachfolgende Liste enthält einen Überblick über vollwertige Nahrungsmittel, die Ihren Körper mit allen Nährstoffen versorgen, die er für eine uneingeschränkte Leistungsfähigkeit braucht.

 

Euer Eric Goodman und Peter Park

 

Buchauszug aus: „Starker Rücken ohne Schmerzen

 

 

Functional Training Magazin

Functional Training Magazin

Functional Training Magazin

Latest posts by Functional Training Magazin (see all)

Deine Meinung