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Immunsystem und Sport – Teil 1: Infektionsrisiko oberer Atemwege

20.11.2013 | Ernährung

Die kältere Jahreszeit ist ausgebrochen und einige von uns haben gerade in den Wintermonaten öfters mit Schnupfen und Halsschmerzen zu kämpfen. Akute Infektionen der oberen Atemwege (z.B. Erkältungen, Husten, Nasennebenhöhlen-, Mittelohr- und Mandelentzündungen) zählen zu den häufigsten Erkrankungen aller Altersgruppen.

Immunsystem und Sport – Das J-förmige Modell

Dahinter können unterschiedliche Ursachen bzw. Auslöser liegen. Auch der Umfang und die Intensität sportlicher Belastungen beeinflussen das Infektionsrisiko der oberen Atemwege (engl. Abkürzung: URTI). Laut epidemiologischen Daten sind Ausdauersportler während harten und intensiven Trainingsperioden einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt (Nieman, 1997). In der Experten-Welt hat sich das sogenannte „J-förmige Modell“, welches den Zusammenhang zwischen dem Infektionsrisiko der oberen Atemwege und körperlichen bzw. sportlichen Belastungslevel darstellt, etabliert:

Immunsystem und Sport - J-förmiges Model

Moderate, regelmäßige körperliche Aktivität scheint im Vergleich zu einem inaktiven Lebensstil die Anfälligkeit für Infektionen der oberen Atemwege zu mindern. Hingegen sind Sportler während einer intensiven Trainingsphase oder harten Belastungseinheiten, dazu zählen insbesondere auch körperliche Überlastungen bzw. Übertraining, einem erhöhten Risiko ausgesetzt.

Mögliche Gründe für ein erhöhtes Infektionsrisiko bei harten Trainingseinheiten

Forschungsergebnisse zeigen, dass der körperliche Aktivitätsgrad unsere Immunfunktion unterschiedlich beeinflusst und verändert und dies wahrscheinlich einen Einfluss auf die Infekt-Anfälligkeit der oberen Atemwege hat. Es gibt verschiedene Gründe und wissenschaftliche Ansätze für eine herabgesetzte Immunabwehr in Zusammenhang mit einer intensiven Belastungseinheit. Ein „Mechanismus“ ist die negative Energiebilanz oder niedrige Kohlenhydratverfügbarkeit (z.B. entleerte Glykogenspeicher), die für unseren Körper „Stress“ bedeuten, vor allem während intensiver Belastungen oder Wettkämpfen über mehrere Stunden.
Lange harte Trainingseinheiten können daher die Funktion des Immunsystems, wie in folgender vereinfachter Grafik dargestellt, schwächen:

 

Immunsystem und Sport - Läufer
Immunsystem und Sport – Läufer

Vielen ist auch die sogenannte „Open Window“-Theorie bekannt: Wissenschaftler vermuten, dass der Körper aufgrund veränderter Immunparameter nach einer erschöpfenden Belastung, anfälliger auf Mikroorganismen (speziell Viren) reagiert und daher einer erhöhten Infektanfälligkeit ausgesetzt ist (Pedersen &Ullum, 1994). Dieses potentielle „Open Window“ der veränderten Immunitätslage bzw. das Zeitfenster des erhöhten Risikos für Infekte, kann zwischen 3-24 Stunden (in extremen Situationen sogar bis zu 72 Stunden) betragen.

Praktische Tipps für Sportler zur Minimierung des Infektions-Risikos:

Vorschau: In Teil 2 der Immunsystem-Reihe wird der Aspekt von Vitamin D näher beleuchtet

Corinne Mäder | Fotograf Stephan Daniel München©Corinne Mäder, München , 2013

Corinne Mäder ist certified Sports Nutritionist from the International Society of Sports Nutrition (CISSN) und Ernährungswissenschaftlerin. Neben ihrer Tätigkeit als European Sport Nutrition Manager bei PowerBar absolviert sie derzeit als eine der ersten deutschsprachigen Teilnehmer ein Aufbaustudium des International Olympic Committee’s (IOC) im Bereich Sporternährung. Sie steht zudem seit mehreren Jahren Profi-Athleten und Hobby-Sportlern beratend zur Seite.

Literaturquellen:

Functional Training Magazin

Functional Training Magazin

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