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Nutrition Management

Von: Sari Rogge

27.09.2018 | Ernährung

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Die allgemeine Problematik der Transformationsdynamik in der Lebensweise

Die rasante wirtschaftliche, wissenschaftliche und technologische Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat durch die Vereinfachung und das Überangebot die natürliche Sinnhaftigkeit unseres Lebens zum Teil entrückt und die damit verbundenen Hauptbeschäftigungen des Alltags transformiert. Das Überleben durch die Beschaffung von Lebensmitteln ist in den wirtschaftlich stärkeren Ländern kein priorisierter Bedarf mehr, wodurch sich unsere Interessen und Motivationen in andere Bereiche wie beispielsweise Gewinnmaximierung oder Selbstoptimierung verlagert haben. Grundsätzlich stehen wir heute nicht nur vor der Herausforderung der Neuorientierung unserer individuell möglichen Lebensziele, sondern kämpfen paradoxerweise auch gegen die gesundheitlichen Nebenwirkungen der heutigen Lebensweise. Unser Leben sollte ursprünglich mithilfe der modernen Forschung und deren Entwicklungen besser und leichter werden, was durch die Minimierung der Haupttodesursachen auch zu einem gewissen Grad gelungen ist und unsere Lebenszeit zunächst quantitativ verlängert hat. Doch führt aus heutiger Sicht kein Weg daran vorbei, den Menschen aus dieser entfremdeten Situation wieder Schritt für Schritt in seine Natürlichkeit zu bringen – um gesund, leistungsfähig und erfüllt zu leben, statt lediglich zu überleben. Wir müssen uns mehr bewegen, tiefer atmen, Tageslicht und Sauerstoff aufnehmen und vor allem damit aufhören, uns mit künstlichen Nahrungsmitteln zu belasten und uns krank zu essen. Echte Lebensmittel genießen, nicht zu viel und uns nicht zu wenig. Die Lösung klingt trivial, entpuppt sich aber in der Umsetzung für unsere Klienten und ehrlicherweise selbst für manchen Experten nicht selten als die Büchse der Pandora. Warum setzen wir nicht einfach das um, was wir wissen? Weil wir Menschen sind und jedes Individuum ein differenziertes Unterbewusstsein hat, das uns im Erreichen unserer Ziele sabotieren oder unterstützen kann – immerhin ist es mit über 90 Prozent an unseren Entscheidungen und Handlungen beteiligt. Wie aber schaffen wir es in der Ernährungsberatung, im Coaching oder bei der eigenen Umsetzung, das vorhandene kognitive Wissen in unseren Alltag einzuflechten? Betrachten wir die Komplexität der vielen inneren und äußeren Dynamiken genauer, die in der Selbstversorgung mit Nahrung eine Rolle spielen, erkennen wir die Notwendigkeit der Organisation und des Managements. Im Grunde ist jeder Erwachsene ein Manager seiner Lebensweise und je mehr wir unseren Beratungsauftrag aus diesem Blickwinkel betrachten desto kompetenter wird der Klient in der Führungsposition, wo er meines Erachtens auch bleiben sollte. Er übernimmt im Optimalfall die Verantwortung für seine Entscheidungen und deren Konsequenzen, wir unterstützen ihn lediglich in seiner Selbstwirksamkeit und Handlungskompetenz.

 

Die allgemeine Problematik der langfristigen Motivation in der Ernährungsumstellung

Im Regelfall ist die Herausforderung in einer Ernährungsumstellung, den erheblichen Aufwand des Transformationsprozesses eingefahrener Verhaltensweisen aufrechtzuhalten, während sich das angestrebte Ziel erst mittel- und langfristig signifikant zeigen wird. Hilfreich sind hier zusätzliche Indikatoren wie das Wohlbefinden und spürbare Veränderungen, die immer wieder abgeklopft werden und dem Klienten erste Erfolge aufzeigen. Gleichzeitig aber erschlägt uns das Angebot an gesundem Essen und den vielen Ernährungsformen sowie die teilweise widersprüchliche Informationsflut, sodass sich schnell ein Gefühl der Überforderung breitmacht. Was wir hier dringend benötigen, ist Klarheit und Struktur. Weiter ist in diesem Zusammenhang anzuführen, was wir im Kontext der Trainings- steuerung bereits erfolgreich in der Praxis umgesetzt haben: Zunächst geht es darum, eingefahrene und dysfunktionale Muster zu korrigieren, dann erst kann das System beladen werden. Vom Groben zum Feinen lautet die Lösung, vom Einfachen zum Komplexen. Denn um eine Verbesserung zu erreichen, ist die Differenz zur Ausgangslage zunächst ausschlaggebender und motivierender als der Vergleich zum Sollwert.

 

Der allgemeine Lösungsansatz im Ernährungsmanagement

Gelingt es uns, durch eine Motivations- und Bedarfsanalyse die Ausgangslage des Klienten zu verstehen und darauf basierend einen Fahrplan zu gestalten, der möglichst vereinfach und realistisch auf den Alltag abgestimmt ist, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung – was bei jedem Ziel die Grundvoraussetzung ist. Der theoretisch perfekteste Plan unter Berücksichtigung der aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse ist auch nur dann erfolgreich, wenn er in der Praxis umgesetzt werden kann. Aus meiner Sicht geht es weniger um das sofortige Anstreben von Perfektionismus, sondern eher darum, Schritt für Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Im Optimalfall selbstbestimmt, kompetent und bewusst. Denn schließlich muss jeder Klient seinen Alltag selbst managen und koordinieren, sofern für diesen Dienstleistungsbereich niemand eingestellt wurde. Wenn die ersten Veränderungen verinnerlicht und mühelos umgesetzt werden können, spricht nichts gegen eine Verfeinerung und Spezifizierung der gesunden Ernährung – die zweifelsohne in jeder Beratung und jedem Coaching das finale Ziel darstellen sollte.

Dieser Artikel ist in der aktuellen Printausgabe des Functional Training Magazin erschienen, mehr Infos hier!

 

Vier individuelle Lösungsansätze aus der Praxis des Ernährungscoachings

 

1. DER ATHLET – KÖRPERLICHE PERFORMANCE AUSGANGSLAGE: Der Athlet ist im Aufbau und das Training stellt einen Hauptbestandteil seines Alltags dar. Die mittelfristige Planung beinhaltet Vorbereitungs-, Wettkampf- und Regenerationsphasen, die vom Trainerteam und Management strukturiert und angepasst werden.

BEDARF: Der Fokus liegt auf der primär körperlichen Leistungssteigerung, die durch die Ernährung optimiert werden soll.

MOTIVATION: Der Athlet ist ehrgeizig und möchte der Beste werden. Er identifiziert sich selbst mit der sportlichen Leistung, was bei Erfolgen und deren Akkreditierung zu einem gesteigerten Selbstwertgefühl führt und vice versa. Er ist bereit, alles für seinen Erfolg zu tun, hat aber manchmal Schwierigkeiten mit der Fremdbestimmung und verfällt kompensatorisch in suboptimale Verhaltens-weisen wie ungesunde Ernährung und ausgiebiges Feiern, was wiederum seine Regeneration negativ beeinflusst.

STRATEGIE: Der Athlet muss bei der Zubereitung im Rahmen seiner Kompetenzen integriert werden und lernen, für seinen Körper zu sorgen und ihm mit Mikro- und Makronährstoffen das zurückzugeben,
was er im Training und Wettkampf von diesem abverlangt. Je mehr seine individuellen Präferenzen berücksichtigt werden können, desto weniger Widerstand wird in der Umsetzung erzeugt.

ERNÄHRUNG: Mit Gewürzen und Kräutern kann er selbst aus einem langweiligen Snack wie Obst und Gemüse ein interessantes Geschmackserlebnis zaubern und hat eine Alternative zum Riegel in der Hand. Um richtige Entscheidungen in einem dynamischen Alltag treffen zu können, ist die Vorbereitung sowie die damit verbundene Verfügbarkeit ein Hauptbestandteil der Tagesplanung und sollte einen ebenso hohen Stellenwert erhalten wie das körperliche Training. Am besten stimmt man mit einem Ernährungsexperten die Ernährung parallel zu den unterschiedlichen Trainingsphasen ab, um die optimale Versorgung durch Makro- und Mikronährstoffe zu gewährleisten.

INTERVENTION: Da es sich bei einem Athleten dennoch um ein Individuum handelt, das auch Bedürfnisse außerhalb des Sports haben muss, gilt es, auch diesen gerecht zu werden und einen Rahmen einzuräumen – um eben die Kompensation durch die Ersatzbefriedigung „Essen aus Lebenshunger“ zu vermeiden. Auch wenn sich der Zuckerkonsum nicht äußerlich in Form von Fetteinlagerungen zeigt, hat dieser beispielsweise einen negativen inter- und intrazellulären Effekt auf die Funktionsfähigkeit des Organismus.

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