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Schmerzen im Ellenbogen – was nun?

Von: Dr. Markus Klingenberg

21.01.2015 | Rehabilitation

Die Sehnen im Unterarm und Handbereich sind auf Grund häufig ungeeigneter Ergonomie in der Freizeit, am Arbeitsplatz und bei einem unzureichenden Trainingszustand besonders gefährdet, überbelastet zu werden. Bei Beschwerden außen am Ellenbogen denken Laie und Profi meistens zuerst an einen „Tennisellenbogen“ und auf der Innenseite an einen „Golferellenbogen“ und damit liegen Sie auch oft richtig.

Ursachen für Schmerzen im Ellenbogen

Schmerzen im Ellenbogen

Schmerzen im Ellenbogen

Die häufigste Ursache für Schmerzen am lateralen Ellenbogen ist in der Tat der „Tennisellenbogen“ (lat.: Epikondylitis humeri radialis). Dabei handelt es sich um eine schmerzhafte Überlastung der Strecksehnenansätze am Ellenbogen (lat.: Insertionstendinopatie). Diese entsteht bei einem Missverhältnis zwischen der äußeren Beanspruchung und der Belastbarkeit der Sehnen.

Eine akute Mehrbelastung kann beispielsweise eine außergewöhnlich hohe Trainingsbelastung sein oder eine ungewohnte Tätigkeit im Alltag. Ursache für chronische Überlastungen sind bei Schlägersportarten immer wieder zu dünne oder zu dicke Griffe, die zu einer vermehrten Anspannung der Unterarmmuskulatur führen. Ebenso können eine schlechte Technik und zu intensive Trainingseinheiten die Ursache für eine Überlastung sein. Das Resultat der Überlastung sind kleine Verletzungen der Sehnen, die zu Vernarbungen, Ersatzgewebebildung sowie zu Veränderungen der Durchblutung und des Schmerzempfindens führen können.

Die Patienten berichten über Schmerzen bei Belastung des Unterarms vor allem außen am Ellenbogen. Die Schmerzen strahlen oft bis in die Hand. Bei chronischen Fällen treten die Schmerzen auch in Ruhe und nachts auf und es kann zu einer Kraftminderung der betroffenen Seite kommen.

Weitere Ursachen für Beschwerden am lateralen Ellenbogen sind lokale Knorpelschäden, Nerveneinklemmungen (Supinatorsyndrom) und Einklemmungen von Schleimhautfalten im Gelenk (Plicasyndrom). Zusätzlich sollte man auch an ausstrahlende Beschwerden der Halswirbelsäule und an Störungen im Bereich der Unterarmfaszien denken.

Diagostik

Die Diagnose Tennisellenbogen wird vor allem auf Grund der Vorgeschichte und der klinische Untersuchung gestellt. Ergänzend können eine Ultraschalluntersuchungen, ein Röntgenbild und eine Kernspintomographie (MRT) angefertigt werden, um andere Diagnosen wie die oben erwähnte Plica und Knorpelschäden auszuschließen.

Therapie

In den meisten Fällen ist ein multimodales konservatives Therapiekonzept erfolgreich. Die Standardverfahren umfassen manuelle Therapie, die Einnahme von oralen Entzündungshemmern, lokale Injektionstherapie, Stosswellentherapie, Kältetherapie, Akupunktur und Dehnübungen, die der Patient selbständig durchführt. Ein gemeinsamer wesentlicher Aspekt dieser Verfahren ist die Verbesserung der Durchblutung und des Stoffwechsels im Bereich der Sehnenansätze. Bei fehlender Linderung der Beschwerden sollten mehrere Maßnahmen kombiniert werden und als letzter Schritt vor einer OP auch über eine Ruhigstellung des Arms für eine gewisse Zeit nachgedacht werden. Eine OP ist immer nur eine letzte Option, falls eine umfangreiche konservative Therapie über mehrere Monate erfolglos bleibt. Operationen können arthroskopisch und offen chirurgisch durchgeführt werden.

Neben der medizinischen Therapie ist es auch entscheidend bei chronischen Beschwerden die eigentliche Ursache zu verändern. Das bezieht sich sowohl auf den Arbeitsplatz, als auch auf die ausgeübten Sportarten und Hobbys.

Euer Dr. Markus Klingenberg

Functional Training Magazin

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Kommentare

17.03.2015 15:46 | Holger Mayr

Hallo Herr Dr. Klingenberg, mir fehlt die Differentialdiagnose Tendinose (nicht entzündlich, daher schlägt auch keine Eistherapie, Entzündungshemmer o.ä. an...). Gruß HM

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