Instagram Facebook

Foamroll gegen Schmerzen

Von: Markus Roßmann

21.08.2013 | Myofascial Training

Die Vorteile:

Warum ist die Foamroll so wirkungsvoll?

Faszien sind enorm wichtig für unseren gesunden Bewegungsapparat. Denn Faszien sind all das, was in unserem Körper alles umgibt. Sie verbinden alles mit allem. Jede einzelne Muskelfaser, jedes Organ ist von Fasziengewebe umgeben. Mittlerweile gehen die Sportwissenschaftler davon aus, dass auch die Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln zum Fasziennetz gehören. Neu ist, dass dieses Organ großen Einfluss auf unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit hat.
Bleibt die Frage, warum das Rollen so wirkungsvoll ist. Die Antwort ist einleuchtend: Unsere Propriozeption läuft hauptsächlich über das fasziale System ab. Gleich unterhalb der Haut haben Forscher zwischen zwei Faszienschichten sechs Mal so viele Rezeptoren gefunden wie in der Muskulatur. Mit Hilfe der Foamroll werden also diese Rezeptoren angeregt, was die Propriozeption verbessert.

Schmerzen verringern und Beweglichkeit fördern

Nachgewiesen wurde mittlerweile auch, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen myofaszialen Schmerzen und der Propriozeption gibt. Kein Wunder also, dass Menschen mit myofaszialen Schmerzen eine schlechte Propriozeption haben. Verbessert man diese durchs Rollen, werden auch die myofaszialen Schmerzen geringer oder verschwinden komplett.

Auch gut zu wissen: Viele Schmerzen sind myofasziale Schmerzen. Und: Beweglichkeit können Sie weniger mit Dehnungsübungen fördern, sondern eher durch die Anregung des viskoelastischen Systems durch regelmäßiges Rollen.
In unserem Körper – und vor allem um unsere Muskeln herum – gibt es ein sehr ausgeklügeltes Wassersystem. Es ist unter anderem verantwortlich dafür, dass unsere Muskeln aneinander gleiten können. Bei längeren sportlichen Belastungen „leiert“ dieses System aus, was dann zu einer erhöhten Verletzungsgefahr und zu einer Verringerung der Leistungsfähigkeit führt. Viele Verletzungen sind zunächst fasziale Verletzungen. Mit der Foamroll regen Sie das viskoelastische System an. Bildlich gesprochen wird das Wasser wie aus einem Schwamm herausgerollt oder herausgedrückt. Danach kann er sich wieder mit frischem Wasser auffüllen. Noch ist dieser Vorgang nicht bewiesen, aber einige Studien weisen darauf hin. Wer aber selbst schon einmal die teilweise unglaublichen Verbesserungen in der Beweglichkeit nach dem Rollen erleben durfte, kann sich gut vorstellen, dass das viskoelastische System dabei angeregt wird.

Ingalen Heuck, ehemalige Langstreckenläuferin und Vizemeisterin über 5000m

Ingalen Heuck, ehemalige Langstreckenläuferin und Vizemeisterin über 5000m

Mein Fazit

Das Rollen wird in Zukunft fester Bestandteil des Körpertrainings sein – sei es im Leistungssport, im Breitensport oder im Rehasport. Die ersten wissenschaftlichen Erkenntnisse und die praktischen Erfahrungen der „aktiven Roller“ sind so einhellig positiv, dass alle, die ihre Gesundheit und Leistung fördern möchten, das Rollen mit einer Foamroll unbedingt mal ausprobieren sollten. Das Rollen oder auch „Fascial Release“ genannt, ist einer von vier festen Bestandteilen des Faszientrainings (Fascial Fitness).

 

Euer Markus Roßmann

Deine Meinung